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Bible Study

Johannes 4,25–30:
Jesus offenbart sich der samaritanischen Frau als der Christus

25 Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet! 27 Unterdessen kamen seine Jünger und verwunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr? 28 Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist? 30 Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.
Johannes 4,25–30 (SCHL2000)

Die richtige Auslegung von Johannes 4,25–30

Nachdem Jesus die samaritanische Frau gelehrt hat, dass die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden (Johannes 4,15–24), erreicht das Gespräch seinen Mittelpunkt. Die Frau spricht vom Kommen des Messias, und Jesus offenbart sich ihr unmittelbar als derjenige, auf den sie wartet. Der Bericht zeigt, wie die Offenbarung Christi die Samariterin verändert: Sie lässt ihren Wasserkrug stehen, geht in die Stadt und beginnt, Zeugnis abzulegen, damit andere zu Jesus kommen.

(V. 25)
«Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, welcher Christus genannt wird; wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.»

Die Samariterin bringt eine messianische Hoffnung zum Ausdruck.

Sie weiß, dass der Messias kommt, und Johannes erklärt, dass dieser Christus genannt wird.

Nachdem sie über den Ort der Anbetung und die wahre Anbetung gesprochen haben, erkennt die Frau an, dass der Messias, wenn er kommt, ihnen alles verkündigen wird.

Dies zeigt, dass sie eine vollständigere Offenbarung erwartet.

Noch versteht sie nicht, dass derjenige, der ihnen alles verkündigen kann, bereits mit ihr spricht.

(V. 26)
«Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet!»

Jesus antwortet unmittelbar.

Er gibt ihr weder eine lange Erklärung noch lässt er die Identität des Messias im Allgemeinen stehen.

Er sagt zu ihr: »Ich bin’s, der mit dir redet!«

Jesus offenbart sich der Samariterin als der Christus.

Das Gespräch, das mit einer Bitte um Wasser begann, gelangt nun zur Offenbarung dessen, wer Jesus ist.

Derjenige, der ihr lebendiges Wasser angeboten, die Wahrheit ihres Lebens gekannt und die wahre Anbetung gelehrt hat, ist der erwartete Messias.

(V. 27)
«Unterdessen kamen seine Jünger und verwunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr?»

In diesem Augenblick kommen die Jünger zurück.

Sie verwundern sich darüber, dass Jesus mit einer Frau spricht.

Der Text zeigt ihr Erstaunen, weist aber zugleich darauf hin, dass keiner von ihnen es wagt, Jesus zur Rede zu stellen.

Sie fragen weder die Samariterin: »Was willst du?«, noch Jesus: »Was redest du mit ihr?«

Dies zeigt, dass das Handeln Jesu menschliche Erwartungen durchbricht, seine Jünger jedoch erkennen, dass es ihnen nicht zusteht, ihn zu berichtigen.

Jesus handelt in Freiheit und Vollmacht und nähert sich demjenigen, dem er sich nähern will.

(V. 28)
«Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten:»

Die Frau lässt ihren Wasserkrug stehen.

Diese Einzelheit ist innerhalb des Berichtes bedeutsam. Sie war zum Brunnen gekommen, um Wasser zu schöpfen, doch nach ihrem Gespräch mit Jesus richtet sich ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes.

Sie lässt das zurück, weswegen sie gekommen war, und geht in die Stadt.

Nun hat sie etwas zu erzählen.

Diejenige, die gekommen war, um Wasser zu schöpfen, wird zur Zeugin dessen, der mit ihr gesprochen hat.

(V. 29)
«Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?»

Die Frau ruft den Leuten in der Stadt zu: »Kommt, seht!«

Ihre Worte erinnern an eine Einladung, die bereits zuvor im Evangelium ausgesprochen wurde: »Komm und sieh!« (Johannes 1,45).

Sie hält keine ausgearbeitete Rede, sondern gibt ein schlichtes Zeugnis.

Sie erklärt, dass Jesus ihr alles gesagt hat, was sie getan hatte.

Am tiefsten beeindruckte sie, dass Jesus ihr Leben kannte. Er stellte sie der Wahrheit gegenüber, wies sie aber nicht zurück.

Dann fragt sie: »Ob dieser nicht der Christus ist?«

Diese Frage lädt die anderen dazu ein, selbst zu prüfen, wer Jesus ist.

Die Samariterin behält ihre Erfahrung nicht für sich. Ihre Begegnung mit Jesus bewegt sie dazu, andere zu rufen.

(V. 30)
«Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.»

Die Menschen in der Stadt reagieren unverzüglich.

Sie gehen aus der Stadt hinaus und kommen zu Jesus.

Das Zeugnis der Samariterin dient dazu, andere zum Herrn zu führen.

Der Abschnitt endet mit einer deutlichen Bewegung: Die Frau geht in die Stadt, spricht von Jesus, und die anderen beginnen, zu ihm zu kommen.

Die Offenbarung Christi bringt Zeugnis hervor, und das Zeugnis führt andere dazu, sich Jesus zu nähern.

Folgerungen

  • Jesus ist der erwartete Messias: Er selbst offenbart sich der Samariterin als der Christus.
  • Christus ist derjenige, der die Dinge Gottes vollständig verkündigt: Die Samariterin erwartete den Messias, der alles verkündigen würde, und Jesus stellt sich als dieser Messias vor.
  • Jesus offenbart sich einer samaritanischen Frau in Gnade: Seine Identität bleibt nicht allein den religiösen Führern vorbehalten.
  • Die Kenntnis Christi über die Sünde vernichtet den reumütigen Sünder nicht, sondern führt ihn zur Wahrheit.
  • Die Begegnung mit Jesus bringt Zeugnis hervor: Die Samariterin geht in die Stadt und spricht von ihm.
  • Wahres Zeugnis führt andere zu Christus: Die Menschen gehen aus der Stadt hinaus und kommen zu ihm.

Anwendungen

  • Erkenne Jesus als den Christus an: Betrachte ihn nicht nur als Propheten oder Lehrer, sondern als den von Gott gesandten Messias.
  • Höre persönlich auf die Stimme Christi: Er offenbarte sich der Samariterin, die mit ihm sprach.
  • Verbirg dich nicht, weil Christus dein Leben kennt: Er kennt die Wahrheit und ruft dich dennoch, zu ihm zu kommen.
  • Lass das Nebensächliche zurück, wenn Christus sich offenbart: Die Samariterin ließ ihren Wasserkrug stehen, weil sie etwas Größeres gefunden hatte.
  • Lege ein schlichtes Zeugnis von Jesus ab: Du musst nicht alles wissen, um zu sagen: »Kommt, seht!«
  • Lade andere dazu ein, Christus zu begegnen: Ein treues Zeugnis bleibt nicht bei sich selbst stehen, sondern führt andere zu ihm.

Zusammenfassung

In Johannes 4,25–30 spricht die samaritanische Frau von der Hoffnung auf das Kommen des Messias, der ihnen alles verkündigen würde. Daraufhin offenbart sich Jesus ihr unmittelbar mit den Worten: »Ich bin’s, der mit dir redet!« In diesem Augenblick kommen die Jünger zurück und verwundern sich darüber, dass Jesus mit einer Frau spricht, obwohl keiner ihn zur Rede stellt. Die Frau lässt ihren Wasserkrug stehen, geht in die Stadt und beginnt, Zeugnis abzulegen: »Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?« Daraufhin gehen die Menschen aus der Stadt hinaus und kommen zu Jesus. Der Bericht zeigt, dass Jesus der erwartete Christus ist und dass die Offenbarung seiner Person ein Zeugnis hervorbringt, das andere zu ihm führt.

Gebet

Unser Vater, wir danken Dir, dass Du uns in Jesus den verheißenen Christus offenbart hast.

Herr, hilf uns, auf die Stimme Deines Sohnes zu hören und zu erkennen, wer er ist. Lass nicht zu, dass wir bei religiösen Vorstellungen stehen bleiben, sondern lass uns in Jesus den Messias, den Retter und den Herrn erkennen.

Wir danken Dir, dass Christus unser Leben kennt und uns dennoch zur Wahrheit ruft. Schenke uns ein demütiges Herz, das zu ihm kommt, ohne sich zu verbergen.

Mache uns zu schlichten und treuen Zeugen, die anderen sagen können: »Kommt, seht!« Lass unser Zeugnis die Aufmerksamkeit nicht auf uns, sondern auf Christus richten.

Darum bitten wir Dich im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.

Autor der Studie: Enrique Contreras
Verwendeter biblischer Text

Die Bibel Schlachter 2000
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