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Johannes 1,1–5:
Das ewige Wort, das Leben und das Licht

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. 3 Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.
Johannes 1,1–5 (SCHL2000)

Die richtige Auslegung von Johannes 1,1–5

Das Johannesevangelium stellt Jesus von Anfang an auf tiefgründige und direkte Weise vor. Bevor Johannes von seinen Zeichen, seinen Lehren und seiner Beziehung zu den Menschen berichtet, richtet er unseren Blick auf den Anfang. Der Text beginnt nicht mit der irdischen Geburt Jesu, sondern mit seiner ewigen Existenz als das Wort. Von Anfang an will der Text zeigen, wer er ist, bevor er zeigt, was er tun wird.

(V. 1)
«Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.»

Johannes beginnt mit den Worten: »Im Anfang«.

Mit dieser Wendung führt er uns zum Beginn aller Dinge (1. Mose 1,1). Doch als alles seinen Anfang nahm, war das Wort bereits da. Der Text sagt nicht, dass das Wort im Anfang zu existieren begann, sondern dass es zu diesem Zeitpunkt bereits existierte.

Dann sagt Johannes, dass »das Wort bei Gott war«.

Dies zeigt eine persönliche Beziehung und eine wirkliche Unterscheidung zwischen dem Wort und dem Vater. Das Wort wird weder als unpersönliche Kraft noch als bloßer Gedanke dargestellt, sondern als jemand, der bei Gott war.

Doch Johannes fügt noch etwas hinzu: »Und das Wort war Gott.«

Das Wort war nicht nur bei Gott, sondern besaß dieselbe göttliche Natur. Bereits im ersten Vers stellt Johannes eine zentrale Wahrheit vor: Das Wort ist ewig, steht in Gemeinschaft mit Gott und ist wahrhaftig Gott.

(V. 2)
«Dieses war im Anfang bei Gott.»

Johannes wiederholt und bekräftigt, was er gerade gesagt hat.

Das Wort war im Anfang bei Gott. Diese Wiederholung hilft, die grundlegende Lehre festzuhalten: Das Wort gehört nicht zur Ordnung der geschaffenen Dinge. Es war bereits da, als alles begann.

Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf seiner ewigen Existenz und seiner Beziehung zu Gott.

(V. 3)
«Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.»

Nun geht Johannes von der Frage, wer das Wort ist, zu der Frage über, was durch das Wort entstanden ist.

Alles ist durch dasselbe entstanden.

Diese Aussage ist umfassend. Sie nimmt keinen Teil der Schöpfung aus. Johannes bestätigt dies mit einem zweiten Satz: »Ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.«

Das Wort ist kein Teil der Schöpfung. Im Gegenteil: Alles Geschaffene ist durch das Wort ins Dasein gekommen.

Damit wird das Wort deutlich von jedem Geschöpf unterschieden. Alles, was einen Anfang hatte, verdankt dem Wort sein Dasein.

(V. 4)
«In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.»

Johannes führt seinen Gedanken weiter.

Nachdem er von der Schöpfung gesprochen hat, spricht er vom Leben.

In ihm war das Leben. Dies bedeutet nicht nur, dass er Leben gibt, obwohl auch das im Zusammenhang des Verses wahr ist. Es bedeutet, dass das Leben ihm gehört, in ihm ist und von ihm ausgeht.

Dann sagt Johannes, dass dieses Leben das Licht der Menschen war.

Das Leben, das im Wort ist, bleibt nicht verborgen. Dieses Leben erleuchtet den Menschen. Hier erscheint zum ersten Mal das Thema des Lichts, das im Evangelium von großer Bedeutung sein wird.

Das Wort ist nicht nur der Schöpfer, sondern gibt auch Leben und bringt den Menschen Licht.

(V. 5)
«Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.»

Johannes führt nun einen Gegensatz ein: Licht und Finsternis.

Das Licht leuchtet in der Finsternis. Dies zeigt, dass die Welt, in die das Licht kommt, nicht im Licht, sondern in der Finsternis liegt.

Doch die Finsternis hat es nicht begriffen.

Die Finsternis hat das Licht weder erfasst noch verstanden. Zugleich beschreibt der Text keinen Kampf, in dem die Finsternis dem Licht ebenbürtig wäre. Das Licht leuchtet, und die Finsternis kann es weder auslöschen noch beherrschen.

Von Beginn des Evangeliums an zeigt Johannes, dass das Kommen des Wortes Leben und Licht in eine Welt bringt, die in Finsternis liegt.

Folgerungen

  • Das Wort ist ewig: Es war bereits im Anfang.
  • Das Wort ist vom Vater unterschieden und steht in Gemeinschaft mit Gott: Der Text sagt, dass es bei Gott war.
  • Das Wort ist wahrhaftig Gott: Johannes erklärt dies unmissverständlich.
  • Das Wort ist kein Teil der Schöpfung: Alles Geschaffene ist durch dasselbe entstanden.
  • Das Leben ist im Wort: Das Wort ist nicht von geschaffenem Leben abhängig; vielmehr ist das Leben in ihm.
  • Das Licht ist der Finsternis überlegen: Die Finsternis begreift das Licht, das vom Wort ausgeht, nicht und kann es auch nicht beherrschen.

Anwendungen

  • Erkenne an, dass Christus ewig und wahrhaftig Gott ist: Er ist nicht nur ein Lehrer oder ein weiterer Bote.
  • Vertraue dem, durch den alles entstanden ist: Nichts Geschaffenes steht über ihm.
  • Suche das Leben in Christus: Johannes stellt das Leben als etwas vor, das in ihm ist.
  • Wandle in dem Licht, das er bringt: Das Evangelium stellt Christus nicht als abstrakte Idee dar, sondern als das Licht der Menschen.
  • Fürchte die Finsternis nicht, als wäre sie stärker als Christus: Der Text erklärt, dass sie das Licht nicht begriffen hat und es weder auslöschen noch überwältigen kann.

Zusammenfassung

In Johannes 1,1–5 stellt das Evangelium das Wort als ewig vor: Es steht in Gemeinschaft mit Gott und ist wahrhaftig Gott. Das Wort gehört nicht zur Schöpfung, denn alles ist durch das Wort entstanden, und ohne es ist nichts entstanden. In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht der Menschen. Obwohl das Licht in der Finsternis leuchtet, hat die Finsternis es nicht begriffen; sie kann es aber auch nicht auslöschen oder überwältigen. Von Anfang an zeigt Johannes, dass das Wort wahrhaftig Gott ist: der Schöpfer, die Quelle des Lebens und das Licht der Menschen.

Gebet

Unser Vater, wir danken Dir, dass Du uns von Anfang an die Herrlichkeit Deines Sohnes zeigst.

Herr, hilf uns, Christus so zu sehen, wie er wirklich ist: ewig und wahrhaftig Gott, der Schöpfer aller Dinge, voller Leben und Licht. Lass nicht zu, dass wir seine Herrlichkeit schmälern oder ihn nur als einen menschlichen Lehrer ansehen.

Schenke uns ein Herz, das das Licht Christi aufnimmt und darin wandelt. Stärke unseren Glauben, damit wir auch inmitten einer von Finsternis erfüllten Welt auf ihn vertrauen, in der Gewissheit, dass die Finsternis das Licht nicht begriffen hat und es weder auslöschen noch jemals überwältigen kann.

Darum bitten wir Dich im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.

Autor der Studie: Enrique Contreras
Verwendeter biblischer Text

Die Bibel Schlachter 2000
Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft
Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung.
Alle Rechte vorbehalten.
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